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Milch

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Ich habe den Geschmack von Milch immer geliebt. Milch war für mich lange Zeit der Grund, den Schritt zur komplett veganen Ernährung nicht zu gehen. Milchschokolade, Joghurt, Pudding, Käse, Quark, Eiscreme oder einfach ein Glas Milch – alles, was Milch enthielt, war einfach nur lecker. So sehr, dass ich noch eine Woche, bevor ich den Entschluss fasste, von nun an vegan zu leben, meiner Schwester sagte, dass ich das nicht könne – wegen der Milch.

Nun trinke ich seit rund einem Jahr keine Milch mehr. Und vermisse rein gar nichts. Stattdessen mehren sich die Gründe für mich, nie wieder mit dem Milchtrinken anzufangen. Die für mich persönlich wichtigsten Gründe, keine Milch zu trinken, stelle ich in diesem Artikel vor.

Grund 1: Ich will nicht, dass Tiere leiden.

Der für mich wichtigste Grund, aus dem ich Vegetarierin und schließlich Veganerin geworden bin, sind die Tiere. Ich liebe Tiere und ich möchte nicht, dass sie meinetwegen leiden müssen.

Nun könnte man in Bezug auf Milch sagen, dass die Kühe, die Milch geben sollen, zumindest nicht so schnell wie möglich aufgezogen und getötet werden wie die Rinder, die als Fleisch auf unserem Teller landen. Diese Sicht hatte ich selbst lange und viele Vegetarier*innen denken genauso.

Bis ich mich dann genauer informiert habe. Und über das Gelesene nachgedacht. Milch kommt ja nicht von selbst. Weder beim Menschen, noch bei der Kuh. Damit Kühe Milch geben, müssen sie ein Kalb haben. Dafür, dass das regelmäßig passiert, sorgt der Mensch. Milchkühe werden etwa einmal im Jahr (eher etwas häufiger) künstlich befruchtet, damit sie gebären und Milch geben.

Nach neun Monaten gebärt die Kuh ein Kalb – und somit einen Konkurrenten des Menschen um die beliebte Milch. Das Kalb muss also von der Mutter getrennt werden, damit die Milch komplett für den Menschen genutzt werden kann. Kühe sind soziale Tiere, die ihre Kinder normalerweise selbst aufziehen würden. Die Trennung von Kalb und Mutter ist für beide Seiten traumatisch.

Nur wenige Wochen nach der Geburt erfolgt die nächste künstliche Befruchtung, damit der Milchstrom auch auf keinen Fall versiegt. Zwischen den Geburten verbringt die Kuh – in der Massentierhaltung – ihre Zeit in engen Ställen, angeschlossen an die Melkmaschine.

Eine solche Abfolge aus Schwangerschaften, Gebären und Milchgeben kann kein Säugetier lange aushalten – auch die Kuh nicht. Nach wenigen Jahren wird die Milchproduktion geringer oder die Kuh wird so schwach, dass sie zusammenbricht. Und was wartet dann auf die Kuh? Genau. Dasselbe Schicksal wie auf die Artgenossen, die als Fleischlieferanten dienen: Sie wird geschlachtet.

Das Argument „Immerhin wird die Milchkuh nicht getötet“ zählt also nicht. Sie wird zwar nicht so schnell getötet (Schlachtrinder werden in der Regel nur zwei Jahre alt), aber ihr Leben besteht aus Ausbeutung und Qual. Die Milchindustrie ist quasi die Fleischindustrie plus drei Jahre künstliche Befruchtung, Geburten, Trennung vom Kalb und Abpumpen der Milch. Beide Schicksale sind schlimm, aber ich finde das der Milchkühe sogar noch schlimmer.

Grund 2: Ich bin kein Kalb.

Na, Lust auf einen Schluck Katzenmilch? Hundemilch? Muttermilch? Wahrscheinlich eher nicht. Warum also fahren wir total auf Kuhmilch ab, und zwar so, als wäre es die natürlichste Sache der Welt, die Muttermilch eines anderen Säugetiers zu trinken?

Tatsächlich ist es das natürlich nicht. Während es Tiere gibt, die Eier aus den Nestern von Vögeln erbeuten und fressen, gibt es keine Spezies, die einer anderen die Muttermilch wegtrinkt. Oder die noch im Erwachsenenalter Milch trinkt. Das machen nur wir. Weil Milch so gesund ist. Und Schwangere dringend Milch brauchen. Kinder auch, sonst werden sie krank.

Da hat die Evolution uns also tatsächlich so ausgestattet, dass wir ohne die Muttermilch eines anderen Säugetiers krank werden? Ganz ehrlich: Ich glaube das nicht.

Natürlich sind in Kuhmilch gesunde Sachen drin. Für Kälber. Die schnell wachsen sollen. Menschenbabys erhalten entsprechendes über die Muttermilch. Kuhmilch ist für Kälber und für sonst niemanden.

Grund 3: Ich brauche keine Milch.

Ich war wie gesagt ein ziemlich großer Milch-Fan. Und ich habe nie auch nur einen Tag Milch vermisst. Es gibt so viele Alternativen zu Kuhmilch, und ich habe für mich persönlich meine Lieblingshafermilch entdeckt. Aber ich trinke auch Soja- oder Dinkelmilch oder was es sonst gerade gibt. Und mache auch gerne alles selbst.

All die Leckereien mit Milch gibt es genauso gut auch ohne: Schokolade, Eiscreme und Joghurt isst man dann eben etwas bewusster, was ja ohnehin nicht schlecht ist.

Zu Käse – so wie ich ihn mochte – habe ich bisher nicht die richtige Alternative gefunden. Zwar gibt es viele Varianten an Scheibenkäse, Parmesanersatz oder Feta-Alternative, aber irgendwie schmecken die alle gleich. Trotzdem vermisse ich nichts. Ich lebe auch ohne Käse sehr gut, und das, obwohl ich vorher sehr gerne zugegriffen habe.