Ich liebe Hafermilch. Vor allem im Kaffee. Und natürlich gibt’s da Qualitätsunterschiede. Mein Favorit war lange die Barista-Milch von Oatly (dicht gefolgt von Kölln Smelk). Und es hat mich immer genervt, dass ich zwar Soja- und Mandelmilch sehr gut selbst hinbekomme, aber eben keine Hafermilch.

Also habe ich vor ungefähr zwei Jahren (ja, wirklich) angefangen, etwas zu experimentieren. Mit Haferkörnern, Haferflocken, einem Enzym, das normalerweise beim Bierbrauen verwendet wird, und mit Malz. Und was soll ich sagen: Es war alles nicht so toll.

Das Problem mit dem Haferschleim

Das Problem an Hafer und vor allem an Haferflocken ist nämlich, dass aus ihnen innerhalb weniger Minuten eine schleimige Pampe entsteht, wenn man auch nur mit Wasser in ihre Nähe kommt. Das liegt an der enthaltenen Stärke und ist im Porridge lecker, aber nicht im Kaffee.

Das Enzym, das ich ausprobiert habe, hat diese Stärke in Zucker umgewandelt, weswegen die Milch süß wurde und nicht schleimte. Allerdings nur, wenn das Ganze exakt bei 60 ° eine Stunde lang erwärmt wurde, und naja, so hatte ich mir das nicht vorgestellt.

Wie also verhindern, dass Hafer schleimt, ohne daraus eine Wissenschaft zu machen?

Die Lösung ist ganz einfach, und ich wundere mich wirklich, dass ich nicht früher darauf gekommen bin.

Sie lautet: Geschwindigkeit.

Man muss einfach sehr schnell arbeiten und den Hafer möglichst bald wieder aus der Milch herauskriegen.

Bei diesem Rezept ist es daher sehr wichtig, dass ihr wirklich schnell arbeitet. Das könnt ihr folgendermaßen erreichen:

  • Messt alle Zutaten vorher ab und stellt sie bereit.
  • Sorgt auch dafür, dass der Mixer, mit dem ihr die Hafermilch herstellt, sofort einsatzfähig ist. Am besten messt ihr das Wasser direkt im Aufsatz des Mixers ab, wenn das damit möglich ist.
  • Denkt auch an das Sieben: Sieb und Schüssel, in die gesiebt wird, sowie ein Löffel zum Rühren müssen ebenfalls zur Hand sein.
  • Die Haferflocken gebt ihr zuletzt in den Mixer, dann kommt der Deckel drauf und danach müsst ihr sofort auf höchster Stufe mixen. (Habe ich gesagt, dass ihr schnell sein müsst?)
  • Auf keinen Fall länger als 30 Sekunden mixen und anschließend sofort ins Sieb mit dem Ganzen.

Ich selbst benutze zum Sieben einfach ein feines Haarsieb und siebe die Milch dann mehrfach. Theoretisch könnt ihr auch durch ein Tuch abseihen. Der Nachteil daran ist aber, dass die Hafermischung länger im Tuch stehenbleibt, weil die Poren viel feiner sind als die vom Sieb. Dadurch wird das Ergebnis wieder schleimiger. Außerdem habt ihr anschließend ein fieses schleimiges Tuch, das ihr waschen müsst, und das will man ja auch nicht unbedingt. Sieben reicht daher meiner Meinung nach völlig aus, auch wenn die Milch dann nicht perfekt fein ist.

Wenn ihr das alles beachtet, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Mittlerweile trinke ich nur noch diese Hafermilch im Kaffee. Sie lässt sich sogar aufschäumen (dafür ist das Öl drin, denn nur mit entsprechendem Fettanteil schäumt der Haferdrink) und ist sehr schön sämig, aber nicht schleimig.

Da sich die festen Bestandteile der Milch im Kühlschrank absetzen, müsst ihr die Flasche immer ein bisschen schütteln, bevor ihr die Milch verwendet. Am besten lasst ihr sie dann noch ein paar Sekunden stehen, damit sich die gröberen Teile wieder absetzen.

Zum Backen eignet die Hafermilch sich leider nicht so gut. Dafür nehme ich eher Soja- oder Mandelmilch.

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5 von 1 Bewertung

Hafermilch aus Haferflocken

Vorbereitungszeit3 Min.
Zubereitungszeit2 Min.

Equipment

  • guter Mixer
  • Schüssel
  • Sieb
  • leere Flaschen

Zutaten

  • 1,5 Liter Wasser
  • 150 g Haferflocken (zart)
  • 3-4 Datteln optional
  • 20 ml Sonnenblumenöl

Anleitung

  • Wasser, Datteln, Öl und Haferflocken im Mixer für maximal 30 Sekunden auf höchster Stufe mixen.
  • Sofort durch das Sieb geben. Mit einem Löffel vorsichtig rühren, um die Milch schneller abzuseihen. Den Rest aufheben – man kann ihn wie Porridge essen.
  • Noch ein bis zwei Mal sieben, bis nicht mehr viel Hafer zurückbleibt.
  • Fertige Hafermilch in Flaschen abfüllen und kalt stellen. Hält im Kühlschrank mehrere Tage.

2 Comments

  1. 5 stars
    Danke für dieses Rezept! Was mir daran übrigens ganz nebenbei auch noch gefällt: Die vielen Glasflaschen, die beim Kochen mit Tomatenpürree anfallen, finden eine neue, sinnvolle Verwendung. <3

    • Yvonne Reply

      Das gefällt mir daran auch! Ich habe eine sehr gute Quelle für leere Glasflaschen <3 Die sind bei mir für quasi alles im Einsatz. Und Hafermilch in der Glasflasche sieht auch einfach schön aus 🙂

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